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Die richtige Aufstellung

Das Wichtigste in Kürze

  • Wichtig ist die weitgehende Einhaltung des Stereodreiecks für Stereomusik und der empfohlenen Positionen für Surround-Lautsprecher für Filme.
  • Fast alle Lautsprecher benötigen relativ viel Freiraum um sich herum; eine Aufstellung nah an Wänden und Möbeln sorgt fast immer für unsauberen Bass. Je mehr Bass ein Lautsprecher produziert, desto größer ist der benötigte Freiraum. Ein System aus Subwoofer und Kompaktlautsprechern ist daher meist flexibler aufstellbar als große Standlautsprecher.
  • Auch wenn ein Subwoofer nicht lokalisiert werden kann, ist nicht egal, wo er steht.
  • Ein geringer Hörabstand vermindert den Raumeinfluss und sorgt für klareren und präziseren Klang.

Viele Anfänger, die sich für eine Stereo- oder Wohnkinoanlage interessieren, vernachlässigen oft den wichtigsten Aspekt für guten Klang: Die richtige Aufstellung. Neben den Lautsprechern bestimmen nämlich Aufstellung und Raumakustik den Klang stark mit, viel viel mehr als Verstärker, CD-Player usw.

Es ist sehr hilfreich, sich bereits vor der Anschaffung der Anlage, ja sogar bereits bei der Einrichtung des Zimmers und der Auswahl der Möbel intensiv mit der Akustik und den Aufstellungsmöglichkeiten zu beschäftigen - denn nur allzu oft passiert es, dass sich stolze Besitzer einer neuen Wohnung, die sich gerade komplett neu eingerichtet haben, hier melden, um nun die passenden Lautsprecher zu kaufen - und dann feststellen müssen, dass sie mit den nagelneuen Möbeln gerade jede Hoffnung auf guten Klang zunichte gemacht haben.

Grundsätzliches

Zunächst sollte man sich fragen, was man überhaupt will: Nur Stereolautsprecher (ideal vorwiegend für den reinen Musikgenuss) oder eine Surround-Anlage (vor allem zum Filmeschauen ratsam). Unter Anzahl der Lautsprecher findet ihr Tipps, um die ideale Zahl der Lautsprecher zu finden.

Allerdings muss man diese auch vernünftig aufstellen können. So gibt es ab und zu Situationen, in denen Rear-Lautsprecher nicht vernünftig untergebracht werden können - in diesem Fall kann es auch zum Filmeschauen besser sein, auf sie zu verzichten. Ebenso ist manchmal kein Platz für einen Centerlautsprecher oder Subwoofer. Am dramatischten ist es aber, keine vernünftigen Stellmöglichkeiten für die Frontlautsprecher zu haben, denn die sind für jegliches Setup unverzichtbar. Wenn diese nicht vernünftig aufgestellt werden können, bleibt oft nur noch eine Soundbar.

Geometrische Anordnung zueinander

Hörabstand

Der Hörabstand hat eine große Bedeutung für den Klang. Dieselben Lautsprecher im selben Raum klingen meist je nach Abstand sehr unterschiedlich. Zwei Aspekte sind bei der Wahl des Hörabstandes bzw. geeigneter Lautsprecher zu beachten:

  1. Je weiter entfernt vom Lautsprecher man sitzt, desto größer ist der Einfluss des Raumes auf den Klang. 50 cm vor den Lautsprechern ist das Verhältnis Direktschall zu Reflexionsschall noch sehr groß. Man hört überwiegend den klaren und unverfärbten Schall des Lautsprechers. Bei einem Hörabstand von 6 oder 7 Metern hingegen hört man in vielen Räumen (vor allem moderne Wohnräume mit vielen glatten, schallharten Flächen) mehr Reflexionsschall als Direktschall; guter Klang ist in solchen Situationen ohne eine Optimierung der Raumakustik auch mit den besten Lautsprechern nicht zu erzielen. Daher empfiehlt sich grundsätzlich ein möglichst geringer Hörabstand.
  2. Bei Lautsprechern mit mehreren Chassis (das ist die große Mehrheit der Lautsprecher) gibt es mehrere Schallquellen pro Kanal. Bei einer großen Hörentfernung wirkt sich deren Abstand zueinander nicht dramatisch aus; der Schall scheint immer noch weitgehend von einer virtuellen Punktschallquelle auszugehen. Je näher man aber an den Lautsprecher heranrückt, desto größer ist der Winkel der einzelnen Schallquellen, und deren Kohärenz nimmt ab. Daher sollte insbesondere bei großen Standlautsprechern der Hörabstand auch nicht zu klein gewählt werden. Je kleiner der Lautsprecher und je näher die Chassis beieinander liegen, desto näher kann man an sie heranrücken.

In den meisten Wohnzimmern ergibt sich der Hörabstand auf relativ natürliche Weise durch die Größe des Raumes und die Aufstellung der Möbel, die ja in der Regel primär unter optischen und praktischen Gesichtspunkten angeordnet werden als unter akustischen. Jedoch ergibt sich in vielen Wohnzimmern durchaus auch die Möglichkeit, das Sofa etwas näher an die Lautsprecher heranzurücken oder umgekehrt - und die sollte man dann auch nutzen.

Bei großen Hörabständen empfehlen sich Lautsprecher mit stark gerichteter Abstrahlung. Diese streuen den Schall nicht breit in alle Richtungen, sondern vor allem nach vorne Richtung Hörer ab. Dadurch nimmt der Reflexionsschall stark ab.

Stereodreieck

Das sogenannte Stereodreieck sollte in jeder Anlage immer so gut wie möglich eingehalten werden. Ein Stereodreieck ist ein gleichseitiges Dreieck, an dessen drei Spitzen jeweils einer der beiden Frontlautsprecher sowie der Haupthörplatz sitzen (Winkel zwischen Blickachse und Lautsprechern = 30°). Bei reinen Heimkinoanlagen können die Lautsprecher auch etwas näher zusammenstehen (empfohlen wird hier ein Winkel von 22 bis 30°).

Stehen die Lautsprecher im Verhältnis zum Hörabstand zu nah beieinander oder zu weit auseinander (die so genannte „Basisbreite“), so leidet dabei der Raumklang. Auch sollten die Lautsprecher unbedingt möglichst gleich weit vom Hörer entfernt sein, da sonst die Töne mit unterschiedlicher Verzögerung am Ohr eintreffen und nicht mehr optimal zueinander passen.

Surroundanlage

Bei einer Surroundanlage wird das Stereodreieck noch um zusätzliche Lautsprecher erweitert. Optimalerweise werden dies in einem Kreis um den Hörer herum mit den in der folgenden Zeichnung angegebenen Winkeln angeordnet 5.x-Anordnung:

In der Praxis ist eine solche Anordnung allerdings in den wenigstens Wohnräumen möglich. Daher stehen die Rear-Lautsprecher meistens näher am Hörer als die Frontlautsprecher, und oft auch unter anderen Winkeln als den angegebenen 110°. Durch die Einmesssysteme heutiger AV-Receiver werden nicht allzu extreme Abweichungen meist recht gut ausgeglichen.

Vermeiden sollte man nur eine Aufstellung allzu nah am Ohr. Diese ergibt sich vor allem, wenn das Sofa nah an der Rückwand steht und auch zur Seite wenig Platz ist.

Bei Hörabständen unter 1 m (auch Zuschauer rechts und links des Haupthörplatzes bedenken!) wirken die Effekte oft viel zu direkt und unnatürlich und lenken vom Filmgeschehen ab. Hier helfen Dipole oder Bipole statt Direktstrahlern und/oder eine Anbringung oberhalb des Hörplatzes auf einer Höhe zwischen 1,40 m und 1,80 m. Einige Nutzer haben auch ihre Rear-Lautsprecher hinter dem Sofa nach oben strahlend auf den Boden gelegt und damit zufriedenstellende Ergebnisse erzielt. Das Klangbild wird hierdurch zwar wesentlich diffuser und die Lokalisation der Phantomschallquellen kaum noch möglich, und zudem leidet die Tonalität sehr stark, aber das ist je nach Geschmack immer noch besser als das Schallen direkt ins Ohr.

Symmetrie

Auch wenn man aufgrund der Platzverhältnisse oder mit Rücksicht auf die Optik des Wohnraumes von der Idealaufstellung abweicht, sollte man immer so weit wie möglich auf Symmetrie achten. Eine Asymmetrie wirkt sich noch dramatischer auf den Klang aus als eine zu schmale Basisbreite oder falsche Winkel. Dies gilt auch für den Raum an sich. Ein nach rechts offener und nach links geschlossener Hörraum kann es erfordern, die Lautsprecher asymmetrisch aufzustellen, um den Effekt zu kompensieren. Hier ist Ausprobieren gefragt.

Höhe

Die Lautsprecher der ersten Ebene (das sind bei einem Setup bis zu maximal 5.x alle Lautsprecher) sollten so aufgestellt sein, dass sich der Hochtöner (mit leichter Abweichung Richtung Mitteltöner) etwa auf Ohrhöhe befindet. Dies gilt insbesondere für die Frontlautsprecher.

Der Centerlautsprecher stände dann jedoch oft vor dem Bildschirm oder der Leinwand und muss daher möglichst nah unterhalb oder oberhalb positioniert werden. Eine Anwinkelung in Richtung Hörplatz ist hilfreich um den Schall auf den Zuschauer zu richten. Nur bei Verwendung einer akustisch transparenten Leinwand ist auch die akustisch optimale Anbringung hinter ihr möglich.

Für Rearlautsprecher kann wie oben erwähnt eine andere Höhe sinnvoll sein, wenn die Abstände sonst nicht eingehalten werden können.

Bei mehr als fünf Lautsprechern, insbesondere im Zusammenhang mit 3D-Tonformaten wie Auro 3D, Dolby Atmos oder DTS:X, gibt es noch eine zweite Ebene, meist knapp unterhalb der Zimmerdecke. Für Einsteiger empfiehlt sich ein solches Setup aber nicht.

Abstände zu Wänden und Möbeln

Der von Einsteigern am meisten unterschätzte Einfluss auf den Klang ist der Abstand, den ein Lautsprecher zu ihn umgebenden Wänden und Möbeln hat. Die Mehrheit der Lautsprecher klingt am besten, wenn er zu allen Richtungen hin einen Abstand von mindestens 70 cm hat.

Leider lässt sich dieses Optimum in den wenigsten Wohnräumen einhalten. Dennoch sollte man ihnen möglichst viel Freiraum gönnen. Eine Aufstellung nah an der Front- und/oder Seitenwand oder in seitlich geschlossenen Regalen führt vor allem dazu, dass der Bass in einigen Frequenzen erheblich aufgedickt wird, unsauber klingt und stark dröhnt. Zudem stören frühe Reflexionen im Mittel- und Hochton die Klarheit und Lokalisierbarkeit.

Wenn es gar nicht anders geht, sollte man auf nicht zu bassstarke Lautsprecher achten. Kompaktlautsprecher sind hier meist besser geeignet als Standlautsprecher. Das gilt insbesondere, wenn sowieso ein Subwoofer verwendet werden soll.

Auch hilft unter Umständen die Flucht nach vorn, sprich die bewusst sehr enge Aufstellung direkt an den Wänden. Das ist auch nicht optimal, oftmals aber besser als nur 10 oder 20 cm Abstand zu haben. Bei Lautsprechern mit rückseitigem Bassreflexrohr muss man dann aber bedenken, dass dieses dann quasi verschlossen ist. (Im Allgemeinen ist es aber egal, ob das Rohr vorne oder hinten (bei manchen Lautsprechern auch unten oder seitlich) ist - ein Lautsprecher mit BR-Öffnung an der Vorderseite reagiert genauso auf Wandnähe.)

Auch der Hörplatz selbst sollte genug Abstand zu den Wänden haben. Direkt an der Wand hört man stark dröhnende Bässe. Ein Sofa an der Rückwand sollte daher immer etwas in den Raum hineingezogen werden. Direkt in der Raummitte können sich jedoch wiederum Auslöschungen zeigen.

Ausrichtung

Die meisten Frontlautsprecher sollten auf den Hörplatz zeigen, man sollte die Lautsprecher also immer direkt von vorne sehen, wenn man sich am Hörplatz befindet. Dasselbe gilt für den Center-Lautsprecher. Einige Lautsprecher sind aber auch auf Ausrichtung senkrecht zum Raum am Hörer vorbei optimiert. Auch spielt der persönliche Geschmack eine Rolle; da der Hochton abseits der Hörachse schneller abnimmt als der Mittelton oder gar der Bass, kann es bei einer Empfindlichkeit dem Hochton gegenüber sinnvoll sein, die Lautsprecher nicht einzuwinkeln.

Wenn die Lautsprecher (speziell auch der Center) auf einem Lowboard oder Regal stehen, sollte darauf geachtet werden die Lautsprecher möglichst weit an die vordere Kante zu platzieren, um frühe Schallreflektionen zu vermeiden (siehe Abbildung).

ungünstige Aufstellung günstige Aufstellung

Bei den Rears hängt die Ausrichtung davon ab, ob es sich um Direktstrahler oder Dipole/Bipole handelt. Direktstrahler sollten in je nach Geschmack und Hörabstand etwa auf den Center-Lautsprecher oder den Hörplatz ausgerichtet werden. Bei Dipolen gibt es verschiedene Varianten. Um den rückwärtig abgestrahlten Schall nutzen zu können, sollte sich hinter dem Dipol (möglichst weniger als 1 m entfernt) eine Wand oder etwas Reflektierendes befinden.

Als Faustregel für Bipole und Dipole gilt: Bipole an die Rückwand, Dipole an die Seiten vom Hörplatz.

Beide Varianten funktionieren durch Reflektionen, der Schall wird deutlich stärker diffundiert und damit weniger ortbar. Die beiden Membranen eines Bipol-Lautsprechers arbeiten hier allerdings mit phasengleichem Schall, während die beiden Wellen bei Dipolen invertiert abgegeben werden und sich somit in der Mitte des Lautsprechers gegenseitig auslöschen.

Subwoofer

Die Frequenzen, die gute Subwoofer normalerweise wiedergeben, sind nicht lokalisierbar. Daher ist eine verbreitete Annahme, dass man den Subwoofer an jeden beliebigen Ort im Raum stellen kann. Leider ist die Sache nicht ganz so einfach. Denn auch wenn man nicht hören kann, wo der Subwoofer steht, so ergibt sich doch je nach Standort eine ganz unterschiedliche Bassverteilung im Raum. Der Bass bildet nämlich in Abhängigkeit vom Raum stehende Wellen, sogenannte Raummoden, die sich an einigen Stellen im Raum gegenseitig auslöschen, so dass dort fast kein Bass zu hören sein kann, an anderen Stellen wiederum verstärken, was sich in starkem Dröhnen äußert.

Tipps zur optimalen Aufstellung eines Subwoofers finden sich unter Aufstellungstipps.

Weiterführende Informationen

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aufstellung.txt · Zuletzt geändert: 2017/02/15 10:33 von fuchs14